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Back in Town

26/03/2011

Nach Monaten der Abwesenheit ist die Domptöse nun wieder in der Bloggosphäre unterwegs. Die Zeit raste nur so vorbei, vieles hat sich ereignet und vieles bleibt beim Alten. (Und wenn ich weiterhin in solchen Allgemeinplätzen schreibe, eröffne ich ein Phrasenschwein.) Das neue Literaturjahr hat furios begonnen und ich habe nicht ein Wort darüber verloren. Das nachzuholen wäre der Wahnsinn (dem ich spätestens seit der Lesung Literaturdistan eh schon hoffnungslos verfallen bin). Weiterlesen …

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Der letzte Vorhang ist gefallen

16/07/2010

Der selbsternannte Dandy der Unterwelt ist nun endgültig an der Realität gescheitert. Im letzten Monat starb Sebastian Horsley, der mit seiner Autobiografie „Dandy in der Unterwelt“ für Furore sorgte, zwei Tage nachdem diese Autobiografie als Theateradaption in London uraufgeführt wurde, an einer Überdosis Heroin. (zu lesen im guardian)

Die Autobiografie sei euch nochmals ans Herz gelegt, wie auch schon in einer früheren Empfehlung.

Hochachtungsvoll

die Domptöse

Fundstück des Tages

10/07/2010

Literaturdistan – Gelesen wird, wat auf den Tisch kommt

05/07/2010

Das Kind hat endlich einen Namen. Was als seichte Idee begann, nimmt langsam Konturen und strukturelle Züge an. Mit einer alten Freundin aus Schulzeiten und mittlerweile Kommilitonin, wurde die Lesekombo „Allround Dilet-TANTEN“ gegründet. Was zuerst im privaten Rahmen begann, soll nun den Weg auf die Bretter, die die Welt bedeuten, finden. Die Lesung „Literaturdistan – Gelesen wird, wat auf den Tisch kommt“ wird in zwei Monaten seine Premiere feiern. In diesem Blog wird es natürlich weitere Informationen geben, sobald ein Flyer erstellt und das Logo designt wurde. Gelesen wird alles, was der bunte Strauß der Literatur zu bieten hat – alles zwischen Trash, Genie und Wahnsinn von Matias Faldbakken, David Foster Wallace, Bukowski, John Niven uvm..

Das Theater Rottstr. 5 in Bochum wird den Leseabend beherbergen.

8. September 2010
ab 20 Uhr
Eintritt: frei
Theater Rottstr. 5, Bochum

Hochachtungsvoll

die Domptöse (aka die eine Hälfte der „Allround Dilet-TANTEN)

Sommermärchen

01/07/2010

Dieser Sommer, den wir schon so lange beschworen haben, ist, wenn er denn in diesen Ausmaßen – und das ist zu befürchten – weiterhin bestehen bleibt, nicht ein Sommermärchen, sondern die Ausgeburt einer Sommerhölle. Jeder Schritt vor die Tür ein erster Schritt zum Kollaps. Ein barockes Schattenkind, wie ich es leider bin, hat bei einem solchen australisch anmutenden Klima, einfach keinen Spaß. Ich komme mir vor, wie das weiße glibberige Frühstücksei, das auf dem Asphalt zur schmackhaften Krossheit gebraten wird. Dieser Sommer ist bereits in den wenigen Tagen eine Zumutung.

Und wie passend…

Mit Spannung wird das diesjährige CSD Wochenende in Köln erwartet, das in diesem Jahr unter dem Motto „Stolz bewegt“ ablaufen wird. Die Präferenz der Samstagabendgestaltung wird in diesem Jahr die My Secret Garden Party in der Papierfabrik in Köln-Ehrenfeld sein. Mit der unübertroffenen Jennifer Cardini verspricht dies elektronische Beschallung der Extraklasse!

Hochachtungsvoll

die Domptöse

Rezension: Selim Özdogan – Ein Glas Blut

29/06/2010

Manchmal, so meint man, umschwebt der Text einen beim Lesen wie eine Melodie. Selim Özdogan schafft es, ganz gemäß seines eigenen Anspruches, seinen ganz eigenen Rhythmus zu finden und somit eine ganz und gar flüssige Komposition zu schaffen – auch wenn die thematischen Unterschiede teils nicht größer sein könnten.

Wie schon in meiner kurzen Vorschau angeklungen, und mit dem Beispiel von Foethes Gaust bestens belegt, beweist Selim Özdogan einen doch sehr eigenen und in Teilen derben Humor. Nicht nur gravierende Themenunterschiede sind auszumachen, sondern auch innerhalb des Textkorpus, der „Kurzprosa“, von „Ein Glas Blut“, eine Vielfalt verschiedener Textsorten. Darunter lassen sich formal recht freie Gedichte finden, wenn auch oftmals in ein schlichtes Paarreimschema gesteckt, desweiteren zumeist sehr kurz gehaltene zwei- bis dreiseitige Erzählungen und äußerst reduzierte und konzentrierte Drei- oder Vierzeiler, die einen aphoristischen Charakter besitzen.

In all diesen Geschichten wird eine enorme Beobachtungsgabe Selim Özdogans sichtbar, die teilweise skurrilen Alltagssituationen und den verschiedensten Nuancen zwischenmenschlichen Zusammenlebens nachspürt. Özdogan fängt Augenblicke ein wie in der Erzählung „Wo sind die Tage?!“, die mit dem Satz schließt „Ich vermisse ihn [den vergangenen Tag], als sei mir ein halbes Leben abhandengekommen.“ Mal mit einer tiefen Melancholie, mal mit einem nicht nur subtilen Zynismus und mal mit einem humoristischen Gespür beschreibt er Situationen und Stimmungen.

Selim Özdogan macht jedoch auch ein literarisches Spannungsfeld auf, indem er den Textkorpus in eine metafiktionale Überlegung mit einbezieht, bei der er auf die Nachhaltigkeit von Literatur eingeht. Das Leben spielt sich lediglich zwischen zwei Eckpunkten ab, dem Eintritt in das Leben und dem Tod, auf den Selim Özdogan in vielen seiner Geschichten eingeht. Ein Spielraum, in dem er selbst kreativ schaffend wirkt und zeitgleich zwar einen eigenen, aber keinen gehobenen Anspruch, an seinen Output legt. Den Vergleich zum Leben und Sterben zieht er dabei in einigen Geschichten, indem stimmliche oder auch schriftliche Hinterlassenschaften bereits Verstorbener im Leben der anderen, sei es auf dem Handy in Form einer SMS oder auf dem Anrufbeantworter, nachhallen. Die Frage, die sich unweigerlich stellt ist: Was bleibt?

Ich habe diese Sammlung von Texten mit Begeisterung gelesen und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Buch in die Hand nehme. Bzw. warten nun die weiteren Werke von Selim Özdogan auf meine Lektüre.


Hochachtungsvoll

die Domptöse

Erpresserbrief oder doch nur Dadaismus?

22/06/2010

Das normaleweise aus dem Tatort oder sonstigen kriminalistische Serien bekannte Prinzip,  des aus Zeitungsbuchstaben zusammengestellten Erpresserbriefes und der in Aldicouleur zusammengeschusterten Lösegeldforderung, erweist sich in diesem Experiment jedoch als kreative Übung im Zeichen des Dadaismus. Die von der @Klappentexterin heute schon visualisierte Kreativübung, hat in der Domptöse eine eifrige Nachahmerin und ebenso „originelle Schriftstellerin von bezaubernder Empfindsamkeit“ gefunden.

Meinem dadaistischen Experiment liegt dabei das Feuilleton der gestrigen Süddeutschen Zeitung zugrunde. Dem Artikel „Falsche Liebe – Seit jeher haben die Deutschen einen verzerrten Blick auf Griechenland“ wurde dabei mit der Schere der syntaktische Gar ausgemacht, um danach wieder mit der gewissen Priese Zufall zusammngefügt werden zu können. Das Ergebnis lässt sich sehen:


Spurensuche

Liebe Autofahrerin deutsche

aber Erklärungen ne zur jeher

mit „Du Geschichten platz.

Die Deutschen: der Griechenland

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Weitere Erzeugnisse dieser Art finden sich hier und hier.

Hochachtungsvoll

die Domptöse