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Geständnisse einer Großstadtlesbe (6)

02/08/2009

Lesboland Vol. 6 Das Frollein Liesel dismissed sich selbst, ebenso wie Madame Poncho im Supermarkt

Frollein,

das Frollein Liesel geht mir ja so dermaßen auf den Sack – oder muss ich jetzt feministisch korrekt sagen „auf die Eierstöcke“? Seis drum. Frollein Liesel nervt, und das gewaltig. Sie besaß die Frechheit mich heute morgen um 10Uhr in der Früh anzurufen! Geht’s noch?

„Hey, Liesel hier, stör ich?“

„Ja…“

„Kann ich dir n Witz erzählen?“

„Neee…“

„Das meinst du jetzt ironisch oder?!“

„Neee…“

„Och menno… ich erzähl trotzdem. Also, stürzt sich ne Hetera und ne Lesbe vom Dach. Wer kommt zuerst unten an?“

Schweigen.

„Na… komm schon… okay, ich sags ja schon. Die Hetera, denn die Lesbe findet Penetration jeglicher Art scheiße und trägt Binden mit extralangen Flügeln.“

Hysterisches Gekicher von Liesel. Ich lege auf.

Ist Frollein Liesel jetzt völlig durchgeknallt? Ich mein, über ihren Klamottenstil ließ sich schon immer streiten (ich erinnere nur ehrfürchtig an ihren Auftritt vor drei Wochen auf der Party in M., nein es war keine „BadTaste“ oder Trashparty und sie kam trotzdem im 80er Outfit, weiße Sneakers, Kniestrümpfe, viel zu kurze Tennisbuchse, Feinripshirt und pinkes Stirnband), aber DEN schlechten Geschmack hätte ich ihr nun wirklich nicht zugetraut. Mein Beileid.

10:05Uhr Wenn der Tag schon beginnen soll, dann aber hossa! Schnell das dünne Jäckchen übergeschmissen und ab gehts in den Konsumtempel von nebenan, um ein wenig totes Tier in Streichform und eine Weizenkruste zu erstehen.

Station Bäcker: Zwei Menschen vor mir steht die Dame im fransigen Ecuadorponcho mit hochgestecktem Haarvogelnest, das erst in der Rückansicht seine volle Pracht entfaltet. Ich habe es im Urin, etwas Kurioses wird geschehen, ich starte den Lauschangriff. „Ein Warburger bitte!“ Bevor das Brot jedoch im Dunkel der Papiertüte verschwinden kann, verlangt die Kundin die Weizenkante zur persönlichen Begutachtung. Bis hierher schon reichlich verwunderlich, aber weder die Thekenkraft noch die umstehenden Brötchenjünger konnten ahnen, was sich nun abspielen würde. Gekonnt nestelt Madame Poncho aus ihrer Hanfumhängetasche ein Pendel hervor und lässt es über dem Brot kreisen. Die spirituelle Energie ist spürbar, meine Kinnlade fällt, meine Augen können nicht glauben, was sie da sehen. Nach mehrfachem Kreisen stellt Madame Poncho fest „Nein, das möschte isch nich!“ Heute sind sie alle einfach nicht mehr zu retten! Ich sprinte durch den Laden, erstehe schnellstmöglich meine Wurst und eile zurück in die eigenen vier Wände, wo ich sicher bin vor all den seltsamen Menschen mit Oberstübchenschaden. Zur absoluten Sicherheit stöpsel ich auch das Telefon aus. Solltest du mich also heute versucht haben zu erreichen, ich lieferte dir den Grund für meine telefonische Abstinenz.

Hochachtungsvoll

die Domptöse

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