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Geständnisse einer Großstadtlesbe (7)

04/08/2009

Lesboland Vol. 7 Neulich, Wege zum Glück

Frollein,

Ich will Ihnen da mal was erklären:

Wer denkt, dass sich das ultimative Chaos in einer heteronormativen Beziehung versteckt und unter dem Deckmäntelchen des allzu offensichtlichen Mann-Frau Dilemmas agiert, der hat weit gefehlt! Allgemein gültig bleibt natürlich das mangelnde Verständnis der Rechts- bzw. Linksträger, was das Objekt Frau zu einem unentschlüsselbaren Mysterium macht. Jedoch lässt es noch lange nicht den Umkehrschluss zu, dass Frauen, die sich dazu entschlossen haben die Büchse der Pandora zu öffnen und mit dem Objekt intim, emotional und katzenbegeistert zu verkehren, des Rätsels Lösung in Händen halten. Wenn auf einmal zwei Frauen aufeinandertreffen, die bevor sie auch nur ein Wort gesagt haben schon um fünf Ecken gedacht haben, die sich jeglichen Ausgang des Gesprächs schon im Vorhinein ausgemalt haben, die nachtragend sind und in nahezu kryptischen Äußerungen Gefühle offenbaren. Tja, auch da heißt es dann wohl „Alles nur Strohmänner, oder in diesem Fall Strohfrauen, und die wahren Hintermänner kennt niemand“. Wenn es dennoch klappen sollte, dass sich zwei BH-Trägerinnen bis ans Ende ihrer Tage mit zwei Katzen als Kinderersatz vereinen, dann, ja dann ist das Graceland baby.

Und wo liegt der Schlüssel zum Glück, zum „Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“, zum „Komm Schatz, wir kaufen zwei von den schicken Regenjacken bei Aldi“, zum „Dies ist der Anrufbeantworter von Hertha, Edeltraud, Maunzi, Lucky und dem kleinen Malte-Kevin“, na meine Liebe, wo? Ja wo nur? Der Schlüssel zum Glück schleicht auf Samtpfoten durch all meine Alpträume. Katzen. Kinderersatzkatzen. Wo kein Malte-Kevin ist, sind mindestens zwei Katzen, die die Freudenspender für jede lesbische Mutterfantasie sind. Frollein S. und Frollein A., Katzenbesitzerinnen, die verstehen sich. Wenn man den netten, charakterstarken, launischen kleinen Mistviechern wohlgesonnen ist, dann hat man einen anderen Vibe, man strahlt dieses tierliebe aus, da schnackelts gleich besser in der Kommunikation. Man muss sie sich nur anhören.

Frollein A.: „Die Vicky ist totaaaaal wählerisch, der kannste nicht alles vor den Latz knallen. Die Frau weiß was gut ist. Immer nur das Beste für die kleine Schmuseprinzessin.“ (Na, heute schon gekotzt vor Glück?)

Wenn es um das Futter für die lieben Kleinen geht, können die Diskussionen sich stundenlang hinziehen. Trocken, feucht, Fisch, Hühnchen, von Ja oder doch lieber von Sheba?!? Und ich sitze dann da, in der Küche einer meiner Freundinnen und hoffe auf ein baldiges Ende, ein Ende von allem, denn zu allem Überfluss bin ich auch noch allergisch gegen Katzen. Bleibt mir der Traum vom großen Glück also für immer verwehrt?! Muss ich einsam und verlassen sterben oder doch besser wieder hetero werden, da geht die Tendenz ja eher zum Golden Retriever.

Katzen sind der Leim jeder Beziehung! Die arme Trixi brauch Mama und Mama, da darf sich nicht so einfach getrennt werden, lass uns doch nochmal drüber reden! Wenn man Haus, Hof und Katze teilt ist der Streit gleich wieder vergessen, da ist man nicht so nachtragend.

Frollein, lassen Sie sich das gesagt sein!

Hochachtungsvoll

die Domptöse

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