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Buchempfehlungen Liebe, Liebe, Liebe vs. Dandytum

12/08/2009

Im Folgenden wird die Domptöse euch einen eigens zusammengestellten Büchersalat vom viel zu reichhaltigen Bücherbuffet präsentieren. Einige Blättchen sind bei weitem nicht mehr saftig grün und ein wenig in die Jahre gekommen, aber das sollte euch nicht daran hindern über die Lektüre nachzudenken, ganz im Gegenteil.


Sebastian Horsley – Dandy in der Unterwelt

Alle zartbesaiteten Menschenkinder überspringen nun diese Buchempfehlung und gehen direkt über Los und ziehen 2000 Liebespunkte bei Roger Willemsen. Sebastian Horsleys Memoiren sind obszön, nahezu tabulos und schrecken nicht einmal vor der eigenen Mutter zurück. So beginnt er drastisch:

„Als Mutter herausfand, dass sie schwanger war, nahm sie eine Überdosis.“

Seine Lebensgeschichte schliddert zwischen Drogen, versuchter Kunst, einer Liaison mit einem Gangster und einer misslungenen Kreuzigung hin und her. Schillernd versucht er sein Scheitern am Leben mit dem Dandytum zu meistern. Ist nicht tot und nicht lebendig, der Schein ist alles und dieser trügt.

Wer also nicht vor einer etwas derberen Wortwahl zurückschreckt, sollte sich dieses inszenierte Spektakel nicht entgehen lassen! Weitere Kommentare finden sich auf der Homepage des Blumenbar Verlags und wer an O-Tönen des ungekrönten Königs des Dandytums interessiert ist findet ein Interview in der Welt.

„Ich trennte mich von fünfzigtausend Pfund. Ich war sehr bestürzt. Nicht wegen des Geldes. Ich war traurig, dass ich nun ein geschiedener Mann war – ich wollte Witwer sein.“

„Als die Geschichte krankhafte Züge zu tragen begann, wurde daraus eine unwiderstehliche Melange aus Gewalt und schwarzem Humor.“

Kitty Fitzgerald – Pigtopia

Eine wunderbare Fabel in der Tradition eines Klassikers wie Der Glöckner von Notre Dame. Der Protagonist Jack Plum ist mit einem deformierten Kopf auf die Welt gekommen, der an einen Schweinekopf erinnert und lebt allein mit seiner behinderten Mutter, die ihn hasst, auf einem Hof. Kitty Fitzgerald arbeitet sehr präzise mit den grammatikalischen Fehlern von Jack heraus, dass dieser zwar nie den normalen Konventionen unterworfen war, aber keinesfalls dumm ist. Jack hat ein gut gehütetes Geheimnis. Als sein Vater noch da war, bauten sie gemeinsam im Keller einen Schweinestall, das Paradies für Jack, sein Pigtopia. Das Pigtopia und damit auch Jack geraten jedoch in Gefahr, als die junge Holly Lock in sein Leben tritt.

Für Neugierige, die Leseprobe.

Roger Willemsen – Kleine Lichter

Nachdem ich versucht hatte „den Knacks“ von Roger Willemsen zu lesen und kläglich gescheitert war, gab ich ihm mit diesem Buch eine zweite Chance für mein Lesevergnügen und ich wurde nicht enttäuscht.

Der Geliebte von Valerie liegt seit nunmehr sechs Monaten im Koma und sie bespricht Kassetten, um ihm ihre Liebe zu erklären.

„Ich will dir die Liebe erklären, wie man den Krieg erklärt. Das heißt, die Liebe kann ich dir nicht erklären, nur meine. Ich erkläre sie dir in alten Vokabeln. Es geht nicht anders. Wer liebt, wechselt das Jahrhundert.“

„Je öfter man geliebt hat – ob eingebildet oder nicht -, desto schwieriger wird es, die Liebe an einen Ort zu treiben, an dem sie noch nie war. Doch da will sie hin.“

Roger Willemsen versteht es sanfte Töne anzuschlagen, aber auch die Aussichtslosigkeit und Wut von Valerie in kleidsame Worte zu packen. Die Liebe. Kein Wort wird so oft verwendet wie dieses. Und doch hat man nicht das Gefühl davon erschlagen zu werden, sondern ganz im Gegenteil, sensibilisiert der vermehrte Gebrauch für die verschiedenen Codierungen der Liebe.

Lesen!!!

Hochachtungsvoll

die Domptöse

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