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Erkenntnis des Tages

18/10/2009

„Wenn ich eine Weile ohne Lust und ohne Schmerz war und die laue fade Erträglichkeit sogenannter guter Tage geatmet habe, dann wird mir in meiner kindischen Seele so windig und weh, daß ich die verrostete Dankbarkeitsleier, dem schläfrigen Zufriedenheitsgott ins zufriedene Gesicht schmeiße und lieber einen recht teuflischen Schmerz in mir brennen fühle als diese bekömmliche Zimmertemperatur. Es brennt alsdann in mir eine wilde Begierde nach starken Gefühlen, nach Sensationen, eine Wut auf dies abgetönte, flache, normierte und stilisierte Leben und eine rasende Lust, irgend etwas kaputtzuschlagen, etwa ein Warenhaus oder eine Kathedrale oder mich selbst, verwegene Dummheiten zu begehen, ein paar verehrten Götzen die Perücken abzureißen, ein paar rebellische Schulbuben mit der ersehnten Fahrkarte nach Hamburg auszurüsten, ein kleines Mädchen zu verfürhen oder einigen Vertretern der bürgerlichen Weltordnung das Gesicht ins Genick zu drehen.“

Hermann Hesse – Steppenwolf

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  1. 20/10/2009 6:51 am

    „Erst wenn die letzte Kreditkarte gesperrt, die letzte Mark verjubelt, der letzte Schein verprasst, der letzte Groschen gefallen ist, werdet ihr merken, dass man mit Bäumen nicht bezahlen kann.“

    Großstadtindianer

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