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Geständnisse einer Großstadtlesbe (14)

13/12/2009

Lesboland Vol. 14 Neulich, ein Traum wird wahr

Frollein,

Es ist Ansichtssache, ob es sich bei meinem letztnächtlichen Traum um eine Utopie oder eine Dystopie handelt, an der daraus entstehenden Verwirrung, zuweilen auch völligen Ratlosigkeit, ist jedoch nicht zu rütteln, vielleicht jedoch ein Anlass gegeben, um die wöchentliche Alkoholration

a) drastisch zu verringern (die Leber würde sich wundern)

b) drastisch zu erhöhen (die Leber wüsste um ihre Kurzlebigkeit, geht für zwei Wochen steil und würde sich erst dann wundern)

c) auf Null zu setzen und durch andere Drogen zu ersetzen

d) alles beim Alten zu lassen und die bestehende Ration mit variablen Add-Ons zu erweitern

1. THC-haltige Drogen

2. Schnüffelzeugs (den Absatz von Klebstoffprodukten des hiesigen Baumarkts ankurbelnd und damit lokale Arbeitsplätze sichernd) oder

3. Dem 10er Stempelkärtchen für Mr. Psycho Anal-Ysis.

Ich tendiere zu einer exzessiven Variante b), woraufhin die Variante Add On 3 folgt, jedoch ohne die Voraussetzung, die durch d) gegeben ist. Und sie lebte glücklich bis an ihr Lebensende…


— Traumwolke wabert herein —


Ich sitze nackt auf einem Holzstuhl ohne jegliche Polsterung, ein leichter, aber zugleich durchdringend kalter Windhauch weht mir über den Nacken, irgendwo muss ein Fenster geöffnet, eine Tür nur angelehnt sein oder der Wind dringt leise wispernd durch die Ritzen des alten Gemäuers und die feinen Härchen meines Körpers stellen sich in ihrer eigenen kleinen Rebellion auf, als wollten sie ihr nicht verbal zu artikulierendes Veto einlegen, ein Veto gegen Unrecht, dass sich, wenn auch nicht meinem Geist, aber meinem Körper längst erschlossen hat. Ich hebe den Kopf, presse die Lendenwirbelsäule in die Verstrebung der Rückenlehne, die alles andere als komfortabel, nicht im entferntesten der Inbegriff des Wortes „Sitzgelegenheit“ ist, nichts anderes verspricht als die Gelegenheit des kurzen Verharrens, der Verlagerung des Gewichts, weniger auf die untere Extremität, als auf den wohltrainierten Gesäßmuskel, erblicke ich die heilige Dreifaltigkeit der altehrwürdigen Kommandatur frauenliebender Frauen zur Erhaltung der Tugenden, der Polygamie, der Gerechtigkeit und der Instandhaltung des allgemeinen, übergreifenden emotionalen Wohlbefinden, nur allzu gut bekannt aus Film und Fernsehen und dogmatischen Einflussnehmereien jeglicher Art. Die drei Instanzen der übergeordneten Instanz, die die monarchische Anführerin eines Matriarchats ist, das zu keiner Zeit gewählt, sondern eingesetzt wurde von der revolutionären Minorität, kann ich nur erkennen, da sie sich auf einem gummiartigen Podest befindet, das an rosa gelb grüne Hüpfburgen aus Kindertagen erinnert (Zusammen mit Erinnerungen an wild grimassierende Clowns und Herpes belastete, knackig grüne Äpfelchen in Waschzubertauchbottichen zur kindlichen Glückseligkeit), noch halb von einem samtenen roten Vorhang verhüllt, in dessen Mitte das transnational geltende Frauenzeichen in doppelter Ausführung prangt. Zu sehen sind nur die baumstammartig anmutenden drei Beinpaare, die unter dem Tisch hervorlugen und in 20Loch Schnürstiefeln verpackt, eiserne Disziplin verströmen, wie der haptische Genuss einer ledernen Reitgerte es getan hätte.


„Nach den Gesetzen der regulär revolutionierten Mutter Staat und der Implementierung einer hedonistischen Tugend, ist es nicht gestattet der Monogamie zu frönen!

Das Streicheln nur eines Bibers – (der Rest der heiligen Dreifaltigkeit schreit) Untersagt!

Die Grotte der Lust einzig und allein auszuleuchten – („ 2 „) Untersagt!

Den glatzköpfigen Mann einzig und allein am Haupt zu kitzeln – („ 2 „)  Untersagt!

Die Furche einzig und allein zu bürsten – („ 2 „) Untersagt!

Den Garten Eden einzig und allein zu betreten – („ 2 „) Untersagt!

Die Finger einzig und allein in einen Honigtopf zu stecken – („ 2 „) Untersagt!“


„Aber…“


„Kein aber! Es ist nicht vernünftig, immer vernünftig zu sein. Jedenfalls, wenn man deinen Beziehungsmaßstäben folgt und nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Gesetzmäßigkeiten des Matriarchats und der regulär revolutionierten Mutter Staat, die das libidonöse Wohl aller im Sinn, die gerechte Verteilung physischer Präsenzien im Blick und die Demonstration lesbischer Stärke auf ihre Agenda gesetzt hat. Selbst der Gedanke an Monogamie, der schriftlich geäußerte Wunsch nach Monogamie in Form von Brief, Email oder SMS und erst recht der verbal artikulierte Wunsch nach Monogamie in einem vertrauten Zwiegespräch, ist und bleibt verboten (“ 2 “ Untersagt.“


— Traumwolke wabert heraus —

Das sprengt definitiv den Rahmen! Freudianer an die Front und das 1 mal 1 der Traumdeutung aus der Tasche gezaubert! Im Gegensatz zu Frollein Liesels Traum vom Extett, von dem sie mir vor nicht allzu langer Zeit berichtete, ist dies wirklich ein ganz schauerliches Szenario…

Hochachtungsvoll

die Domptöse

PS: Das Extett

Quartett, nur mit Bildern/Karten von Exfreundinnen. Gespielt wird in der Variante Supertrumpf bzw. Megatrumpf. Da davon auszugehen ist, dass jede normale Lesbe im Mittzwanzigeralter mindestens vier Exfreundinnen ihr Eigen nennen kann, bilden die vier Exfreundinnen einer jeden Mitspielerin ein Extett. Ziel des Spieles ist es, den Mitspielerinnen so viele Karten wie möglich im Vergleich abzunehmen und somit Extette zu sammeln bzw. alle Karten an sich zu reißen.

Auf den Karten ist der Attraktivitätsgrad auf einer Skala von 1-10 vermerkt, wobei es sich bei der 10 um die bestmögliche Bewertung handelt, die zuvor demokratisch mit den Mitspielenden abgestimmt wurde. Desweiteren sind Größe und Gewicht angegeben, wobei die Größere immer die Kleinere schlägt und die Schlankere immer die vermeintlich Dickere, obwohl dies nicht zwangsläufig mit dem Attraktivitätsgrad korrelieren muss, die Karte also trotz eines hohen Gewichts durchaus seine Qualitäten hat. Vielleicht wäre die Angabe des BMIs aussagekräftiger und für das Spiel zuträglicher, dies kommt auf die Erprobungsphase an. Ein weiteres Detail auf der Karte, ist die Bewertung der Fähigkeiten bei der Bettakrobatik (Skala von 1-10 s.o.), wobei es auch dort erprobungsweise vielleicht zu einer Ausdifferenzierung kommen könnte zwischen oralen und penetrierenden Qualitäten. Die Karten könnten auch um beliebige Eigenschaften wie Allgemeiner Spaßfaktor, Sportlichkeit, Trinkfestigkeit in Angaben von Litern und der Feststellung, ob es sich um eine Vegetarierin handelt (Fleischfresserin schlägt naturgemäß die Karte der Vegetarierin, von wegen Hackordung und so), erweitert werden.

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5 Kommentare leave one →
  1. Archi permalink
    13/12/2009 12:58 pm

    DANKE!!!

    • Die Domptöse permalink*
      13/12/2009 1:18 pm

      Hey,
      danke, dass du meinen Blog so aufmerksam verfolgst, das freut mich! Viel Spaß weiterhin!

      LG
      die Domptöse

  2. Archi permalink
    13/12/2009 2:02 pm

    Wenn du weiterhin so gut schreibst;ganz sicher.
    Dir auch beim erleben und aufschreiben….

    LG aus Hamburg nach Bochum

    • Die Domptöse permalink*
      13/12/2009 9:44 pm

      Mit einem neuen Abschnitt im Leben der Domptöse werde ich in diesem Jahr wohl noch aufwarten können. Das Frollein Liesel und die Domptöse geraten mal wieder in Schwierigkeiten, die es kreativ zu überstehen gilt.

      Besten Gruß in den Norden!

  3. Archi permalink
    15/12/2009 1:48 pm

    Oh,hab ich gar nicht mit gerechnet in diesem Jahr noch was von dir und dem werten Frollein Liesel zu lesen.
    Bin neugierig und freu mich über das unverhoffte Weihnachtsgeschenk:-)
    Hab nen schönen Tag bei den arktischen Temperaturen

    Danke und warme Grüße in den Westen

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