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Geständnisse einer Großstadtlesbe (17)

03/05/2010

Lesboland Vol. 17 Neulich, 3 Tage wach

Frollein,

Ich könnte nun diese Zeilen an dich ganz im Zeichen des Gonzo-Journalismus verfassen. Ich könnte Mutmaßungen darüber anstellen, wie dieses Wochenende am Weissenhäuser Strand verlaufen ist, verlaufen sein könnte oder das, was meine verquere Wahrnehmung aus den stroboskopartigen Eindrücken gemacht hat, zu einem neuen Bild zusammenfügen.

Ich bin wie eine Wahnsinnige der Ostsee entgegen gerannt, habe taumelnden Schrittes meine Füße im schmerzenden Kies des eiskalten Meeres vergraben, habe die Nase in den Wind gesteckt, habe fast drei Tage am Stück eine den Blick verklärende, insektenartige Sonnenbrille getragen, bin im halben Delirium durch ein apokalyptisches Bauland aus Schutt und Asche gewatet, habe eine epiphanische Erfahrung mehr, dank eines mehrstündigen Tanzexzesses vor einer meterhohen Leinwand zu hypnotisch elektronischen Klängen der Extraklasse, habe eine Rockband mit Luftballoninstrumenten gegründet, habe mir auf einem Teppichdancefloor [!] Schürfwunden zugezogen, habe Jenny Shimizu gefragt, wie das so war mit der Angelina, habe über die Reinheit von Eiswürfeln in Cuba Libres gefachsimpelt, habe jeden Morgen aufs Neue an mir gezweifelt, habe nachts um halb fünf geschrien „Eine Runde Ficken für alle!“, habe jeden Morgen auf Fotos Dinge gesehen, die ich noch immer abstreite getan zu haben, habe einen neuen Eindruck von Wirklichkeit erlangt und habe ein ziemlich vielschichtiges Puzzle an Erinnerungen im Gepäck mit nach Hause genommen, das nur darauf wartet entschlüsselt zu werden.

Eins ist klar: L-Beach war Rock `n Roll!

Freitag, 16. April 2010

13:30 : Die Sonne strahlt mit den bereits betrunkenen Insassen des Partyexpresses aus dem Ruhrgebiet um die Wette, mit 170 km/h wird der Kombi über den gleißenden Asphalt gen Meer gepeitscht, der Regenbogenfuchsschwanz steht stramm im Wind.

13:50 : Drei Tage, drei Kästen Astra.

14:00 : Erster Auftritt auf dem nicht vorhandenen roten Teppich, Frollein Liesel will mit einem Bauchladen Astra an das Lesbenvolk verticken.

Der weitere Verlauf speist sich aus den obigen kaleidoskopischen Erinnerungsfetzen. Was bleibt also nach dem Tag der Abrechnung?

– Ja, man kann aus Luftballons eine Bierbong bauen

– Ja, erwachsene Frauen können sich unglaublich kindisch benehmen und auf kleinen Motorrädern mit 2 km/h ein Schneckenrennen veranstalten

– Habe ich eigentlich gewonnen? @Oilwrestling

– Strand vs. Kulturprogramm = Strand + Flens – Kultur = Spaß

– Ja, mehr geht immer!

– DJ Hildegard rockt!

– Was mache ich jetzt mit den sieben Pfandmarken?

– Warum habe ich Betty meine von mir handsignierten Flip Flops geschenkt?

Hochachtungsvoll

die Domptöse

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One Comment leave one →
  1. Jenny permalink
    04/05/2010 9:44 pm

    Bin grad durch eine linkliste, hier auf der Seite gelandet und hab das erste, was hier stand, mit fast geblendeten Augen gelesen. Linguistisch absolut gut gemacht, endlich mal etwas anspruchsvoller im Internet geschrieben. Toll!

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