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Fundstück des Tages

20/06/2010

Die Domptöse grüßt damit die Schildkröten liebende Becks-Vorlese-Tante!

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Lektüre: Selim Özdogan – Ein Glas Blut

10/06/2010

Neulich habe ich mich in der Online-Community Tubuk.Nicht jedes Buch angemeldet und bin nun prompt als Testleserin für „Ein Glas Blut“ von Selim Özdogan aus dem asphalt und anders Verlag ausgewählt worden. In dieser Community dreht sich alles um Literatur aus Independent Verlagen, die in den heutigen „Großraum“ – Buchhandlungen wie Mayersche und Thalia zumeist untergehen oder nur wenig Beachtung finden. Bei Tubuk findet sich alles abseits des Mainstreams – neue, frische, junge Literatur, die in Verlagen wie Blumenbar, kookbooks oder Volandt & Quist heruasgegeben wird. Wer also einen Faible für alternative Literatur hat, sollte diese Möglichkeit nutzen, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und neue Literatur aus diesem Bereich für sich zu entdecken.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Kurzprosa von Selim Özdogan – ein kurzer Blick in das Buch hat aber schon gereicht und ich wurde fündig:

„Es gab auch keine Gretchenfrage, sondern er sprach stets: Beine breit, wenn ich grätschen sage.“ (Aus Foethes Gaust, S. 89)

Wenn ich das Buch komplett gelesen habe, werde ich es hier, wie auch auf Tubuk kommentieren.


Hochachtungsvoll

die Domptöse

Buchempfehlung: David Foster Wallace

08/06/2010

Mit seinen nur 192 Seiten ist diese Reisereportage von David Foster Wallace nur ein kleines überschaubares Heftchen, ganz im Gegensatz zu seinem, im letzten Jahr erstmals in deutscher Übersetzung erschienenen Großwerk „Unendlicher Spaß“ bei KiWi (an dem ich kläglich scheiterte, aber unlängst einen Leseabend mit Freunden veranstaltete, um den besten Stellen wenigstens in dieser Form zu huldigen). Allerdings wird in dieser deutschen Ausgabe von Goldmann „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“ nur einer der sieben Essays der englischen Originalausgabe „A supposedly fun thing I`ll never do again“, nämlich der über eine 7-tägige Luxus Kreuzfahrt, veröffentlicht.

Harper`s Magazine veröffentlichte den Essay von David Foster Wallace 1996 unter dem Titel „Shipping Out“ (nachzulesen hier). Drei weitere Essays können ebenfalls online gelesen werden: Ticket to the Fair, The String Theory und E Unibus Pluram: Television and U.S. Fiction.

Voller Argwohn und der typischen Wallace Sicht der Dinge, die auch geprägt ist von seinen agoraphoben Zügen, nimmt er das Rundum-Wohlfühlprogramm der 7-tägigen Luxus Kreuzfahrt geistreich und mit einem wunderbar sarkastischen Tonfall auseinander. Dauerbespaßung und eine den Kreuzfahrern ureigene Ettikette, machen den Aufenthalt zu einem Spießrutenlauf für alle Neulinge in der „elitären“ all inclusive Völlerei (Cola kostet extra) und Entertainmentmaschinerie. David Foster Wallace ist ein Meister der Beobachtung und so entgeht ihm nicht das kleinste Detail des mehr oder minder wilden Schiffstreiben (oder in einem Fall die genaue Vermessung seiner Kabine mit der messerscharfen Beobachtung nur ein anorektischer Mensch könne sich  auf dem minimalen Vorsprung an seinem Bullauge niederlassen und versonnen die Aussicht genießen).

Ein toller Einstieg in das non fiction Werk von David Foster Wallace! Empfehlung!


Hochachtungsvoll

die Domptöse

Grandprix Gewinnerin Lena: Die Biografie

02/06/2010

Meine Damen und Herren,

wie kann es denn bitte sein, dass bereits am 2. August die Biografie von Lena Meyer-Landrut „Lena – einfach raus und leben“ im Heyne Taschenbuch erscheint? Der ganze Schwurbel um ihren Sieg beim Eurovision Song Contest in allen Ehren (auch ich habe mich wirklich darüber gefreut, dass der „Pott“ endlich nach 28 Jahren wieder nach Deutschland gegangen ist), aber was gibt es denn bei einer 19Jährigen zu berichten, die gerade ihr Abitur absolviert hat und, jahaaaa, „einfach hinaus in die Welt geht und lebt“? Ein cleveres Geschäft, das aus dem ganzen herrschenden Hype noch ein paar Kröten mehr herausschlagen wird. Wahrscheinlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein aller aus dem Boden schießenden Lena-Devotionalien, die es in bälde noch geben wird. Und um mich auch auf einen Artikel der Zeit zu stützen, wie endlich ist die Natürlichkeit unserer Lena???


Hochachtungsvoll

die Domptöse

Frau Zeh und der Amok in Düsseldorf

01/06/2010

Nun folgt die schon seit einer ganzen Weile  überfällige Auseinandersetzung mit „Good Morning, Boys and Girls“, dem am Düsseldorfer Schauspielhaus inszenierten Theaterstück von Juli Zeh.

Das Licht bleibt an. Pappkonstruktionen wohin das Auge reicht, die Schauspieler kleben, schneiden und gestalten die Bühne, ein fortwährendes Treiben. Der Vater beginnt die Daten von Amokläufen herunterzurattern, „Er war doch so ein liebes Kind“ fällt die Mutter ein.  Stephan Rottkamp  und der für das Bühnenbild verantwortliche Robert Schweer geben schon mit der Bühnengestaltung große Verweise, Ernst Jünger prangt auf einem überdimensionierten Buchrücken ebenso wie Hans Magnus Enzensberger und Musils Mann ohne Eigenschaften. Juli Zehs Stück zitiert,  die proklamierte Aussage des Protagonisten Jens, der im virtuelle Raum auch „Cold“ genannt, fügt sich nahtlos ein –  die Welt sei nur noch Karaoke, alles schon da gewesen, alles schon geschrieben.

Die Bühne ist eine visuelle Überflutung, ähnlich der heute vorherrschenden Medienlandschaft, ein Informationsoverkill, bei dem zum Teil die ineinander verschanzten Dialoge untergehen. Der Kritik kann ich mich jedenfalls in dem Punkt anschließen, dass es in der Gesamtkomposition von Textkorpus und Bühneninszenierung zu angestrengt ist.

Einmal in den Duktus hineingefunden, eröffnet sich ein clever angelegtes Schauspiel, das sich dem, an die Grenzen des Verstehens gehenden Themas des Amoks annähert. Dabei hat mich vor allem die schauspielerische Leistung von Lisa Arnold überzeugt, die Jens Mitschülerin Susanne verkörpert. Zunächst nur unscheinbar im Hintergrund agierend, kulminiert ihre Performance zugleich mit dem Ende des Stücks, dem überraschenden Ende zugleich.

Macht euch am besten ein eigenes Bild dieser Inszenierung, die nächsten Termine im Juni wären der 9. bzw. 24. (Karten gibt es hier —>)

(Bildquelle Schauspielhaus Düsseldorf)

Hochachtungsvoll

die Domptöse

Der Pinocchio von und zu GayRomeo

21/05/2010

Meine Damen und Herren,

in wunderbarer thematischer Anlehnung zu meinem Beitrag über die lesbische Community  Lesarion (Geständnisse einer Großstadtlesbe [11]), findet sich nun das schuwle Pendant in diesem herrlichen Song verewigt. Nichts geht über die gelungene Selbstdarstellung, Selbstüberschätzung und die Verzerrung der Wirklichkeit…

Hochachtungsvoll

die Domptöse

Fundstück des Tages

20/05/2010

Massen in Bewegung und bewegte Massen. Jedes Mal, wenn ich mir das Video ein erneutes Mal ansehe, bekomme ich unweigerlich eine Gänsehaut.